| Die Zukunft des Autofahrens | RSS | Impressum | Presse | Kontakt | Login

Artikel-Schlagworte: „gm“

GM-Volt

Dienstag, 24. Juni 2008

volt1.jpg

Auch den etablierten Autoherstellern wird bewusst, dass heutige alternative Automobilkonzepte in Zukunft eher die Regel als die Ausnahme sein könnten. General Motors hat mit dem Chevy Volt derzeit ein Hybridauto als Prototypen im Programm. Neben einem Elektromotor besitzt der Volt einen Verbrennungsmotor, der bei langen Fahrten zugeschaltet wird, um einen mitgeführten Akku aufzuladen.

http://gm-volt.com/about/

Eine Akkuladung soll für die ersten 60km reichen. Danach dient dann der Verbrennungsmotor als Generator, welcher den Akku dann während der Fahrt auflädtl. Die Reichweite des Volt mit einer Tankfüllung von 25 Litern Kraftstoff, soll so rund 640km betragen. Das entspräche dann einem durchschnittlichen Verbrauch von unter 4 Litern Kraftstoff auf 100 km. Dieses wäre im Vergleich zu den heutigen amerikanischen Fahrzeugen eine wesentliche Kraftstoffeinsparung. Zudem wäre es mit dem Volt möglich, das Fahrzeug auch als reines Elektrofahrzeug zu nutzen, wenn man nach dem täglichen Gebrauch den Akku an einer externen Steckdose aufladen würden und das Auto dann nur Strecken innerhalb der Akkureichweite nutzen würde. Direkte CO2 Emissionen würden in diesem Fall nicht entstehen.

Das Fahrzeug soll zudem über eine Leistung von 160 PS verfügen und mit dieser eine Höchstgeschwindigkeit von rund 200km/h erreichen. Der Preis des Volt soll anfangs bei 40.000 US/$ liegen und sich dann im laufe der Zeit durch steigende Stückzahlen durch den hersteller auf 30.000 US/$ für die Autokäufer verringern. Mit diesem Design jedenfalls, wird dieses Hybridfahrzeug vorsaussichtlich ab dem Jahr 2010 so manchem konventionellen Fahrzeug die Schau stehlen…

volt2.jpg

Wir sorgen für saubere Luft.

Warum gehen Elektroautos erst jetzt in Serie? Ein Film mit Blick auf die 90er

Donnerstag, 24. April 2008

In den letzen Jahren kommen immer mehr, und vor allem kleinere Hersteller mit Elektroautos auf den Markt und setzen den Trend der Zukunft des Automobils (wir berichteten). Blickt man zurück, kommen Fragen auf, warum Elektroautos nicht schon vor 10 Jahren die Strassen erobern durften. Lag es an der Technologie, am Geld oder an daran, dass Regierungen und grosse Konzerne das Problem der globalen Erderwärmung nicht erkannt haben? Eine Antwort versuchte 2006 der Dokumentarfilm “Who killed the Electric Car?” von Chris Paine zu geben, über den hier kurz informiert werden soll.

In “Who killed the Electric Car?” wird zum einen über die Vorteile und Möglichkeiten eines Elektroautos berichtet, zum anderen wird jedoch die Geschichte des EV1 (eletric vehicle 1) von General Motors erzählt. Der Film bekam gute Kritiken, jedoch ist der Bekanntheitsgrad von Dokumentarfilmen ja bekanntlich nicht so hoch. Man findet im Internet einige Berichte über den Film, der versucht klarzumachen, dass wir eigentlich den Umbruch zu Elektro- und Hybridautos vor mehr als 10 Jahren verschlafen haben.

Durch ein Gesetz in Kalifornien am 1.1.1990 sollte der Anteil an emissionsfreien Fahrzeugen (ZEV zero emission vehicle) auf dem Markt bis 2010 gesteigert werden. Zunächst ab 1998 auf 2%, ab 2003 auf 10%. Dies war der Anlass für GM, Toyota und andere Hersteller, mehr in die Erforschung alternativer Energien zu investieren, für GM unter anderem auch ein Grund, um die Markteinbrüche abzufangen und mit dem neuen Segment Geld verdienen zu können.

Zu dieser Zeit steckte die Entwicklung des Elektroautos keineswegs mehr in den Kinderschuhen, es wurden bereits Rennen mit Solarmobilen gemacht und an Elektronik zur Zusammenschaltung von Batterie getüftelt.

ev1.jpg
Das Electric Vehicle 1, kurz EV1
Kaufe die DVD bei Amazon:

Im 1996 stellte GM dann sein Elektroauto EV1 vor, ein schicker Zweisitzer, den man abends an die Steckdose anschliesst, um am nächsten Tag wieder 60 Meilen (gleich 96.5 km) mit ihm fahren zu können, was für den durchschnittlichen Pendler vollkommen ausreicht. Es wurden Modelle an Prominente wie Tom Hanks und Mel Gibson vergeben, aber letztendlich blieb das Marketing im Vergleich zu anderer Autowerbung deutlich auf der Strecke. Wo sonst grosse protzige SUVs und Trucks aufblitzten, sah man nur eine künstlerische Appelierung an das schlechte Gewissen des Autofahrers, das in den 90er Jahren noch vollkommen unterentwickelt war.

Trotzdem gab es für den das EV1 5000 Vorbestellungen und wir kommen zum zweiten merkwürdigen Punkt neben dem faden Marketing: Es wurden nur 1111 EV1 gebaut und es kann festgehalten werden, dass GM scheinbar künstlich den Verkauf des Autos zurückhalten wollte. Noch dazu wurden die verkauften EV1 nur verleast und nach 3 Jahren alle von den Strassen verbannt und verschrottet, natürlich unter dem Protest der EV1 Fangemeinde, die ihre Auto und seine Vorzüge liebgewonnen hatten. 14.3.2005 wurden die letzten EV1 zerstört.

Wo liegen die Motive bzw. Drahtzieher, die ein so zukunftsträchtiger Modell lieber auf dem Schrottplatz als auf der Strasse sehen?

Der Film zeigt, wie die es dazu kommt, dass das “zero emission” Mandat vom zuständigen California Air Reduction Board (CARB) gekippt wird, inwie weit der Vorsitzende Alan Llyod mit grossen Ölkonzernen verstrickt ist, und es scheint klar, dass die Ölkonzerne kein Interesse daran haben, wenn Autos nur ihre Batterien aufladen und nicht mehr an die Tankstelle kommen, um Benzin zu kaufen. Im Detail wurde das Zero Emission Mandate von 1990 in 2003 angepasst, in Zahlen sollten dann 25.000 emissionsfreie Autos bis 2014 auf kalifornischen Strassen unterwegs sein. In diesem Jahr wurde dieser Wert abermals reduziert, das Ziel liegt nun bei 7.500 Wagen. Ein gutes Zeichen ist jedoch, dass auch 12 andere Staaten dieses Ziel erreichen wollen und somit die Autohersteller 120.000 Fahrzeuge an den Mann bringen müssen.

Ein weiterer Aspeckt, dass GM die fortschrittlichste Firma im Bereich der Batterietechnolge aufkaufte und später die Anteile an Texaco, einen der grössten Ölmultis veräusserte, zeigt, wie eng die Autokonzerne hier verbunden sind. Damit sind ist GM aber nicht der einzig Schuldige am Misserfolg des Elektroautos zu dieser Zeit. Der Film zeigt weitere Verdächtige und Ursachen wie die Regierung, die Steuererleichterungen für Autos über 2.7t erlassen hat, die Konsumenten, die nicht bereit für neue Technologien waren und nicht bereit, einen höheren Preis für ein Auto zu bezahlen, das weniger kann. Auf der anderen Seite werden auch alternative Antriebe wie Hybrid- und Hydrogen Fuel Cell vorgestellt, aber ob es gerechtfertigt ist, im Film einer anderen Technik vorzuwerfen, sie habe das Elektroauto verhindert, erscheint zweifelhaft. Letztendlich hat der Markt entschieden, der aktuell eine immer höhere Verbreitung von Hybridautos, speziell dem erfolgreichen Modell des Toyota Prius, erbracht hat.

In der Diskussion um die Emissionen, haben die “Gegner” des Elektoautos das Argument hervorgebracht, dass 55% des Stroms immer noch durch Kohlekraftwerke produziert würden, also die Gesamtemission nicht gesenkt werden könnte. Verzichtet man an dieser Stelle auf die Erörterung zur Energiegewinnung aus Atomkraftwerken, erscheint dies angesichts der immer weiter verbreiteten alternativen Energiegewinnungsmethoden sehr lächerlich. Auf der anderen Seite stimmt genau dieses Argument, das auch aktuell in der Diskussion um die Luftreinheit bei den olympischen Spielen 2008 in Peking ist. Natürlich sind vor allem die Abgase der Autos an dem Smog Schuld, auf der anderen Seite gibt es jedoch auch zahlreiche kleinere Kohlekraftwerke, der nicht mit der neusten Technolgoie arbeiten und die alles in die Atmospähre blasen, was sie können.

266746582_db6a0a720e_o.jpg
Kohlekraftwerke am Jang Tse Quelle flickr

Nicht wirklich überzeugend klingen die Pläne der chinesichen Regierung (siehe hier und da), extra für die Spiele diverse Industrien zum Abschalten der Kohlekraftwerke zu zwingen, um so wenigstens für kurze Zeit die dicke Luft zu verbannen, aber auf lange Sicht müssen definitiv andere Lösungen gefunden werden. Wie auch immer die Reinheit zu den Spielen sein wird, das IOC befindet die Luft jetzt schon für gut und verlässt sich auf die Projekte und Messwerte der Spezialisten. (siehe Meldung hier)

Fazit

Die Dokumentation über den Erfolg und letztendlichen Misserfolg des EV1 zeigt viele Einflüsse auf, die mit der Akzeptanz der Menschen und dem Einfluss von Regierung und grossen Firmen zu tun haben. Dass das Projekt eingestellt wurde, ist sehr bedauerlich, es ist jedoch gut zu sehen, dass in den letzten jahren die “Kleinen” den Plan des Serienreifen Elektroautos nicht aufgegeben haben. Auch die “anderen” Grossen haben den Trend wieder aufgenommen und präsentieren ihre Forschung seit den letzten Jahren wieder vermehrt auf den Automobilausstellungen.

Da sind zum einen Volkswagen mit der Entwickung an einem 1 Liter Auto, wobei dazu erwähnt werden muss, dass genau dieses Projekt 2005 gekippt wurde. Um so besser zu sehen, dass neue Konzepte, zum Beispiel das Modell Up! auf der IFA 2007 präsentiert wurden, jedoch bleibt der Kritikpunkt, dass hier versucht wird, die Motortechnologie mit fossilen Brennstoffen weiterzuführen. Soweit bekannt, wird aktuell vor allem von Volkswagen der Erdgas-Touran auf verschiendenen Veranstaltungen promoted.

Auf der Seite gibt es neben den vielen anderen Herstellern General Motors, dem Entwickler des EV1, der mittlerweile auch wieder Entwicklungen in Richtung eines Elektroautos zeigt, und zwar den Chevrolet Volt. Auf der Webseite gibt es gerade bezüglich des Films einen Artikel zum Thema “Aren’t you the guys who killed the eletric car?”, der die Gründe und die jetzige Wiederaufnahme an der Forschung der gleichen Technologie wie vor 10 Jahren erläutert.

Der jetztige Markt ist jedoch noch von Hybridautos geprägt. Der Übergang zu einer komplett neuen Antriebsart schein nicht zu schaffen zu sein. Das Project Better Place versucht hier zwar einen Meilenstein in der Distribution des Energieträgers zu setzen, was mit einem riesigen finanziellen Aufwand verbunden ist. Nur die Zeit wird zeigen, ob und wie schnell der Rohstoff Öl und vor allem sein Preis die Mobilität der Menschen fortführen wird. Wir sind gespannt, wie die Welt in 10 Jahren aussehen wird. Wir hoffen doch blau, auf dem blauen Planeten, unserem Zuhause.

Weitere Medien zum Thema:

Ausführlicher Wikipedia Artikel zum EV1

IMDB Link:
http://www.imdb.com/title/tt0489037/

YouTube Trailer: