In den USA gibt es seit letzter Woche beim Kaffeeröster Starbucks das Magazin GOOD zum Mitnehmen. Auch wenn es neben der Tankstelle der wohl meist frequentierte Ort ist, glaube ich nicht, dass besonders viele Amerikaner dem kleinen Blatt hohe Aufmerksamkeit schenken, auch wenn der Titel Carbon Emissions heisst. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Zumindest erreicht das Magazin über die Printausgabe ein noch grösseres Publikum, wie GOOD Gründer Ben im Starbucks Blog berichtet. Auch ich bin immer auf der Suche nach Aktionen in den Staaten und lasse es mir das natürlich nicht nehmen, auf StartBlue kurz über Ausgabe 001 zu berichten, da das Thema CO2 Ausstoss direkt zu unserer Seite passt.
C02 Fakten aus den USA - lassen sie die Amis kalt?
Der Flugblatt zeigt in vier Schritten, wie es zur Zeit um die globale Erwärmung bestellt ist, und vor allem welchen Einfluss die USA womöglich genommen haben. Letztendlich sind die Zahlen für wirkliche CO2 Insider nicht neu, aber mich hat vor allem der Vergleich zum Welt-CO2 Austoss pro Kopf überrascht. Als Quellen werden unten unter anderem viele staatliche Organisationen wie das US Department of Engery oder die US Environment Protection Agency angegeben, aber auch einige Forschungseinrichtungen, so dass man hoffentlich von der Richtigkeit der Zahlen ausgehen kann.
Die Verursacher sind bekannt - und der Anteil des Transportsektors wächst (auch in Europa!)
Auf der linken Seite werden zunächst einige Beispiele genannt, wodurch eine CO2 Produktion von 6.5 Mrd Tonnen pro Jahr in den USA in 2006 zustande kommen. Darunter zählen natürlich die Industrie, der Verkehr, die Kraftwerke und der Energieverbrauch normaler Haushalte, aber worauf es hier besonders ankommt, ist der verschwenderische Lebensstil, der Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Fast jeder Amerikaner fährt zumindest für deutsche Verhältnisse ein zu grosses Auto, legt weite Strecken zum Briefkasten oder auf dem Weg zur Arbeit zurück und ist aufgrund der aktuellen Preissituation für Benzin noch nicht wirklich gezwungen, sich nach Alternativen umzuschauen. Somit hält hier der Transport Sektor einen Anteil von 34% am Gesamtausstoss, während dieser in Deutschland bei ca. 20% liegt*.
Der Vergleich - keine Goldmedaille
In der Mitte findet man den Bereich, bei dem jedem Leser genau die gleichen Gedanken einfallen sollten, wie die Diagramme betitelt sind: Huh, Oops, und Whoa. Beim genauen Hinsehen stellt man sogar fest, dass es neben den USA noch einen zweiten Bösewicht im weltweiten CO2-Herausschleudern gibt, und zwar China. Dennoch darf nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass in den letzten 200 Jahren die Emissionen stetig angestiegen sind und heute die USA pro Kopf viermal so viel CO2 produzieren, wie im weltweiten Durchschnitt.
Das Fazit: Es sieht schlecht aus!
Kurz und knackig werden einige der Auswirkungen der hohen Treibhausgasemissionen aufgezählt. Zum Beispiel:
- Der amazonische Regenwald ist seit 1970 um die Fläche von Texas (das zweifache Deutschlands) geschrumpft
- Der Meeresspiegel wird bis 2050 um weitere 55 cm ansteigen!
- Korallenriffe werden ausgelöscht werden
- Gletscher werden schmelzen und verschwinden
Was kann man dagegen tun?
In drei kleinen Wölkchen, aber mit fetter Schrift heisst es:
- Benutzt öffentliche Verkehrmittel!
- Steigt um auf alternative Energieerzeugung!
- Recycelt Papier!
Richtig! Hätten wir das vor 20 Jahren gewusst, hätten wir vielleicht damals schon damit angefangen. Natürlich und hoffentlich wissen die Amerikaner aber auch, dass es noch viele weitere Wege gibt, um den Ausstoss von schädlichen Treibhausgasen zu senken. Zum Beispiel einfach ein kleineres, leichteres Auto fahren, alle Standby Geräte einfach einmal abschalten oder nicht noch mehr neue Golfplätze in die Wüste bauen? Ich bin sehr froh darüber, irgendwie das Gefühl zu haben, dass im Moment etwas passiert. Die Leute fangen an, umzudenken und vielleicht schaffen sie es nach einem politischen Umbruch Ende des Jahres, an die eigenen positiven Entwicklungen und die in Europa anzuknüfen, und wieder Ziele à la Kyoto in Angriff zu nehmen.
Wollen wir hoffen, dass neben dem täglichen Kaffee der ein oder andere über das GOOD Magazin stolpert und sich den erschreckenden Vergleich einmal vor Augen hält und sich die 3 Wolken zu Herzen nimmt. In diesem Sinne: Start Blue!
Matthias Wiedemann,
San Francisco
* Interessierte Leser finden bei der European Environment Agencyeinen aktuellen Bericht über die Entwicklungen und Ziele für den Transportsektor in Europa

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